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VISIONEN FÜR EIN SCHAUSPIEL BERN

 

Wir, national und international tätige Theaterschaffende aus der Schweiz mit Erfahrungen an Stadttheatern und in der freien Szene, wollen einen öffentlichen Diskurs anregen zu einem Thema, das an die Öffentlichkeit gehört: Die Zukunft des Stadttheaters Bern.

 

Vor zwei Jahren wurden wir von der Projektleitung um Herrn Reichenau, die von der Regionalen Kulturkonferenz mit der Ausarbeitung eines neuen Konzepts für das Stadttheater beauftragt war, zu Roundtable-Gesprächen eingeladen. Wir wurden als Freie Theaterschaffende aufgefordert, Vorschläge zur Zukunft des Berner Theaters zu entwickeln.

 

Wir begrüssen diese Offenheit und nehmen sie als Chance wahr, ein Modell zu entwerfen, das den Arbeitsformen des zeitgenössischen Theaterschaffens gerecht wird. Das bedeutet auch, die Strukturen des Stadttheaters, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, zu überdenken und in die Gegenwart zu holen.

 

Nach längerer Zusammenarbeit innerhalb der Freien Szene ist ein Modell für ein, vorläufig so genanntes, „Schauspiel Bern“ entstanden, das wir hier in Kurzform beschreiben und vorlegen. Wir hoffen, dass damit eine öffentliche Debatte darüber angeregt wird, wie das Stadttheater Bern in Zukunft aussehen soll.

 

Unser Modell geht von einer bereits im Raum stehenden Trennung der Sparten aus und betrifft nur die Sparte Schauspiel. Sie wird sich vom Dreispartenhaus lösen, was durch Verschiebung des Schauspiels in die Vidmarhallen praktisch bereits geschehen ist und von der Öffentlichkeit auch so wahrgenommen wird.

 

Das Modell betrifft nur das Stadttheater. Die Freie Szene und ihre Häuser wie das Schlachthaus und das Tojo sowie das Theater an der Effingerstrasse sind davon nicht betroffen. Synergetische Auswirkungen sind nicht ausgeschlossen und durchaus zu erwarten.

 

Gemäss den Angaben des Stadttheaters stünde einem „Schauspiel Bern“ ein Budget von 7 Millionen Franken zur Verfügung. Das ist etwas mehr, als das winzige Theater Neumarkt in Zürich hat. Gerade deshalb möchten wir ein Modell vorschlagen, das in der Schweizer Theaterlandschaft einzigartig ist und das fähig wäre, mit den gegebenen Mitteln ausserordentliche Resultate zu erzielen.

 

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DAS MODELL IN KURZFORM

 

Lebendige Strukturen

 

Das Schauspiel Bern hat eine flexible Struktur. Oberstes Anliegen ist es, die Strukturen den künstlerischen Prozessen anzupassen und nicht umgekehrt. Das heisst, der Kunst das Primat über die Institution einzuräumen.


Künstlerischer Austausch und internationale Verbindungen

 

Das Schauspiel Bern besteht aus fünf nationalen und internationalen Gruppen, die für eine Dauer von ein bis fünf Jahren engagiert werden. Die Mitglieder dieser Gruppen sind in dieser Zeit zu einem Grundlohn angestellt, sie bilden das „Ensemble“ des Schauspiel Bern. Jede Gruppe arbeitet als Produktionsteam und umfasst etwa zehn Personen aus verschiedenen Kunstsparten. Die Gruppen arbeiten künstlerisch autonom, greifen aber auf die betriebliche Unterstützung des Schauspiel Bern zurück (Technik, Werkstätten, Administration) und profitieren von einem intensiven Austausch untereinander. Sie pflegen eine eigene Ästhetik und arbeiten genreübergreifend.

 

Lokale Verankerung

 

Das Schauspiel Bern ist lokal verankert und daher in der ganzen Stadt und den angrenzenden Gemeinden zuhause. Die Vidmarhallen dienen als Produktionszentrum mit Proberäumen, Werkstätten, Technik und Administration. In den Vidmarhallen kann auch gespielt werden, grundsätzlich hat das Schauspiel Bern aber keinen festen Spielort. Produktionen des Schauspiel Bern finden an jedem denkbaren Ort statt. Die Auswahl des Ortes ist künstlerisch begründet. Das schliesst Inszenierungen in bestehenden Häusern (auch im „alten“ Stadttheater am Kornhausplatz) nicht aus. Längerfristig wird die Erschliessung eines Produktionszentrums in der Stadt angestrebt, im Vordergrund steht das EWB Gebäude im Marzili. Inhaltlich befasst sich das Schauspiel Bern kontinuierlich mit lokalen Themen und Geschichten. Hierfür sucht es den Kontakt zur Bevölkerung.

 

Überregionale Ausstrahlung

 

Das Schauspiel Bern zeigt seine Produktionen auch in anderen Städten. Es ist flexibel und mobil. Durch die Diffusion seiner Produktionen und die Einzigartigkeit des Modells geniesst das Schauspiel Bern überregionale und internationale Beachtung.

 

Publikumskontakt

 

Wichtigstes Ziel ist die Nähe zum Publikum, welches aus allen Gesellschaftsschichten besteht. Die Vermittlung und Diffusion ist das entscheidende Anliegen des Schauspiel Bern. Die Vermittlung von Theater ist durch die Auswahl der Spielorte und die Beteiligung der Bevölkerung Teil des künstlerischen Prozesses.

 

Transparentes Leitungsmodell

 

Dem Schauspiel Bern steht ein Kuratorium aus fachlich und politisch legitimierten Personen vor. Sie bestimmen, welche Gruppen engagiert werden. VertreterInnen der Gruppen und des Kuratoriums bilden zusammen den Künstlerischen Rat. In ihm wird der Spielplan des Schauspiel Bern festgelegt.

 

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Das Modell Schauspiel Bern hat trotz seiner ortspezifischen Ausrichtung überregionalen Anspruch. Die Qualität des institutionellen Theaters in Bern soll deutlich gesteigert werden und internationalen Ansprüchen genügen. Nicht zuletzt darum orientiert sich das vorliegende Konzept an den Modellen des Schottischen Nationaltheaters und der belgischen Produktionsplattform CAMPO victoria, die seit Jahren beweisen, dass offene Produktionsformen künstlerische Qualität generieren.

 

Wir beurteilen die verbreitete Überlagerung von Freier Szene und festen Häusern (an der wir alle auch teilnehmen) kritisch. Arbeitsformen aus der Freien Szene lassen sich nicht an die Erfordernisse eines Stadttheaters anpassen. Das vorliegende Modell reagiert auf diese Erfahrung. Es führt die Vorteile der Arbeit in der Freien Szene mit den Vorteilen der festen Häuser zusammen und unterbindet deren jeweilige Nachteile.

 

Wir haben der Projektleitung, die, mittlerweile unter der Leitung von Herrn Haering, im Auftrag der Regionalen Kulturkonferenz an einem Konzept für das Stadttheater Bern arbeitet, unsere Vorschläge unterbreitet. Wir wollen es uns aber nicht nehmen lassen, sie auch der Öffentlichkeit vorzustellen. Wir sind überzeugt, dass es für Bern eine Chance gibt, mit einem innovativen Modell, wie es das vorliegende darstellt, ein Zeichen zu setzen und aus der (Finanz-)Not eine Tugend zu machen.

 

Martin Bieri (Dramaturg), Beatrix Bühler (Regisseurin und Festivalleiterin), Ursina Greuel (Regisseurin und Produzentin), Guy Krneta (Autor), Meret Matter (Regisseurin)

 

Unterstützt durch die VTS – Vereinigte Theaterschaffende der Schweiz

 

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KONZEPTSKIZZE SCHAUSPIEL BERN


Erarbeitet durch VertreterInnen der freien Szene.

Bern, April 2009

 

Das Konzept Schauspiel Bern (SB) versteht sich als ein – in einer Machbar-keitsstudie zu überprüfender – Vorschlag zur Umgestaltung des Stadttheaters, basierend auf dem Modell der Spartentrennung.

 

Das Konzept geht vom Willen aus, die vorhandenen Mittel effektiv und effizient einzusetzen und der Theaterlandschaft Bern durch ein innovatives Modell zu Rang und Namen zu verhelfen.

 

Das Projekt betrifft weder die freie Szene, noch das Schlachthaus, das Theater an der Effingerstrasse oder das Tojo. Die Häuser wie die freie Szene bleiben bestehen. Ein intensiverer Austausch und grosse Durchlässigkeit zwischen institutionalisiertem Theater und freier Szene ist aber erwünscht und wahrscheinlich.

 

Grundsätzlich wird jede Produktion des SB als Projekt begriffen und erhält eine eigene Projektorganisation. Nicht der Zwang zur Standardisierung bestimmt die Produktionsbedingungen. Die künstlerische Arbeit umfasst auch die Gestaltung des Kreationsprozesses. Die Strukturen richten sich nach der künstlerischen Arbeit, nicht umgekehrt.

 

Ort

 

Das SB hat keinen festen Spielort. Seine Einheit ist konzeptionell und zeigt sich in der inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit. Das Schauspiel Bern verfügt aber über ein Produktionszentrum, das auch öffentlicher Ort ist und bespielt werden kann.

 

Grundsätzlich spielt das SB an allen denkbaren Orten: Im leer stehenden EWB-Gebäude im Marzili, auf der Strasse, im Durchgangszentrum, in der Mehrzweckhalle oder in bestehenden Theaterhäusern (beispielsweise im Opernhaus am Kornhausplatz). Dies geschieht in der Stadt, der Agglo, in der Region, der Schweiz und im Ausland.

 

Produktionsort

 

Die Vidmarhallen dienen vorläufig als Produktionsort des Schauspiel Bern. Sie sind auch ein öffentlicher Ort und sollen, neben den variablen Aufführungsorten, bespielt werden. Andere Standorte sind gewünscht und intensiv zu prüfen, bzw. zu erspielen. Das EWB-Gebäude im Marzili steht dabei im Vordergrund.

 

Im Produktionszentrum steht den Gruppen die nötige Infrastruktur zur Verfügung: Proberäume, Technik, Werkstätten. Das Produktionszentrum beheimatet auch die betriebliche Leitung des Schauspiel Bern. Sie setzt sich aus folgenden festangestellten Funktionsträgern zusammen:

 

1 GeschäftsführerIn / BetriebsdirektorIn / FinanzverantwortlicheR

 

1 DisponentIn

 

1,5 Administration / Buchhaltung

 

1,5 Öffentlichkeitsarbeit

 

1 Grafik (in house, wird vom KR für mindestens 2 Spielzeiten engagiert)

 

3 Putzkräfte

 

3 Haustechniker

 

1 Werkstattleiter

 

3 ProduktionsassistentInnen

 

Die Gruppen produzieren ihre Ausstattung selber. Ihnen stehen im Produktionszentrum Werkstatträume zur Verfügung.  Es gibt eine verantwortliche Person für die Werkstatträume. Sie koordiniert die Arbeit und hilft den Gruppen beim Bau ihrer Ausstattung.

 

Die technische Abteilung stellt den Gruppen die nötige Ausrüstung zur Verfügung und unterstützt sie bei der technischen Realisation der Inszenierungen. Die Gruppen stellen selber Techniker, die mit den Technikern im Produktionszentrum zusammenarbeiten.

 

Gruppen

 

Das SB hat kein festes Ensemble, sondern engagiert bestehende oder sich neu formierende Gruppen. Die Gruppen bilden die künstlerische Belegschaft des SB und sind als Produktionseinheiten zu verstehen, deren ästhetische und inhaltliche Ausrichtung das SB ausmachen. Innerhalb dieser Gruppen sind alle denkbaren Produktionsformen möglich. Das Engagement von drei der fünf Gruppen dauert drei bis fünf Jahre. Zwei Gruppen werden "in residence" engagiert. Ihr Engagement dauert ein Jahr.

 

Die Mitglieder der ausgewählten Gruppen sollen für die Dauer ihres Engagements in Bern leben.

 

Eine Gruppe besteht aus mindestens drei Personen. Diese drei Personen bilden die Kerngruppe. Maximal besteht eine Gruppe aus elf Personen. Das Schauspiel Bern stellt einen finanziellen Personalaufwand für 50 KünstlerInnen zur Verfügung. Das Schauspiel Bern verpflichtet 40 KünstlerInnen in fünf Gruppen zu einem Grundlohn von 13 mal 6000 CHF pro Jahr.  Jede Gruppe muss, zusätzlich zur Kerngruppe, mindestens fünf KünstlerInnen fest vom Schauspiel Bern anstellen lassen. Diese 40 Personen sind prioritär ihrer jeweiligen Gruppe zugeordnet. In Absprache mit den anderen Gruppen im künstlerischen Rat, können sie in anderen Gruppen des Schauspiel Bern arbeiten oder eigene Projekte im Schauspiel Bern verfolgen.

 

Die restlichen zehn Stellen sind für Gäste vorgesehen. Die Gäste werden nach Absprache im künstlerischen Rat engagiert. Je weniger fest Angestellte eine Gruppe hat, desto mehr Gäste hat sie zugute.

 

Der nach Abzug der fixen Personal- und Betriebskosten vom Gesamtbudget verbleibende Betrag, wird zu gleichen Teilen als Produktionsbudget  eines Jahres unter den Gruppen aufgeteilt. Zusätzliche Einnahmen (Koproduktionsbeiträge, Gastspiele, Preise) verbleiben bei den jeweiligen Gruppen.

 

Die Gruppen unterstehen der Finanzaufsicht des Schauspiel Bern. In Streitfällen entscheidet der / die FinanzverantwortlichE des Schauspiel Bern.

 

Kuratorium

 

Die Auswahl der Gruppen übernimmt ein Kuratorium. Es besteht mehrheitlich aus fachlich legitimierten Personen aus verschiedenen Kunstsparten (Theater, Musik, Bildende Kunst, Literatur), JournalistInnen sowie VertreterInnen von Politik und Publikumsorganisationen.

 

Die Mitglieder des Kuratoriums müssen die Arbeiten der zur Auswahl stehenden Gruppen gut kennen und das in- und ausländische Theaterschaffen überblicken. Dem Kuratorium steht zu diesem Zweck eine Beraterstab aus Fachpersonen zur Verfügung, die das internationalen Theater aus nächster Nähe verfolgen. Grundsätzlich verbinden sich im Kuratorium Aussen- und Innensicht des Berner Kulturlebens.

 

Bewerbung und Auswahl von Gruppen basieren nicht auf einem vorzulegenden detaillierten Spielplan. Die Gruppen werden anhand ihrer bisherigen Arbeiten oder der Arbeiten ihrer Mitglieder bewertet und ausgewählt.

 

Das Kuratorium wird von einer Person präsidiert. Sie hat eine Schirmherrschaft über das Schauspiel Bern inne, verfügt aber nicht über besondere Entscheidungsgewalt oder ein Vetorecht. Sie ist die Ansprechperson nach innen für die Gruppen und und nach aussen für die Öffentlichkeit.

 

Das Kuratorium ist im Künstlerischen Rat vertreten und übernimmt im Verhältnis zum Schauspiel Bern die Funktion einer Aufsichts- und Schiedsstelle.

 

Über die Auswahl der Gruppen "in residence" entscheiden das Kuratorium und der künstlerische Rat gemeinsam. Von den beiden Gruppen in Residenz wird eine vom Kuratorium vorgeschlagen. Die andere Gruppe in Residenz wird vom Künstlerischen Rat bestimmt. Beide Gruppen werden zu Beginn der Spielzeit für die darauf folgende Spielzeit ausgesucht.

 

Das Kuratorium schlichtet allfällige Streitigkeiten innerhalb des Künstlerischen Rats. Wird keine Lösung gefunden, liegt die Entscheidungsgewalt beim Kuratorium.

 

Die Mitglieder des Kuratoriums erhalten für ihre Arbeit eine angemessene Entschädigung.

 

Im Kuratorium gilt das Mehrheitsprinzip.

 

Künstlerischer Rat

 

Die operative Leitung des Schauspiel Bern liegt in den Händen der ausgewählten Gruppen. Sie sind in der Wahl ihrer Produktionsformen und Produktionen innerhalb des Rahmens des Schauspiel Bern frei. Sie finden sich aber alle im künstlerischen Rat zusammen. Die Kerngruppen bilden den künstlerischen Rat. Er ist das künstlerische Leitungsorgan des Schauspiel Bern. Im Künstlerischen Rat gilt das Mehrheitsprinzip.

 

Der künstlerische Rat plant die Spielzeiten. Die Gruppen sprechen sich innerhalb des künstlerischen Rats in Bezug auf Produktionen, Personal, Finanzen und Disposition ab. Die Detailorganisation der Spielzeit übernimmt die Administration / Disposition des Produktionszentrums.

 

Der künstlerische Rat trifft sich während der Spielzeit regelmässig viermal und kann darüber hinaus ausserordentlich einberufen werden. Vor einer Spielzeit tritt der künstlerische Rat in der Zusammensetzung des Folgejahres zusammen und entwirft den neuen Spielplan.

 

Das SB hat keine programmatische Ausrichtung, aber der inhaltliche Austausch zwischen den Gruppen wird sehr ernst genommen. So entwickelt sich gegenseitiger Einfluss, der im besten Fall zu einer inhaltlichen oder formalen Erkennbarkeit führt. Gefördert wird diese Tendenz zusätzlich durch den personellen Austausch zwischen den Gruppen.

 

Publikum

 

Die Vermittlung der Produktionen des SB  ist in ihrem Entstehen integriert. Durch Auswahl des Ortes, der Mitspielenden, allfälliger Koproduktionspartner gewinnen die Stücke des SB bereits im Prozess des Entstehens öffentliche Relevanz. Die Öffnung des Theaters findet nicht nur auf inhaltlicher, sondern vor allem auf struktureller Ebene statt.

 

Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wird angestrebt. Die Hochschule der Künste und die Universität werden als Partner verstanden und Kunst auch als Forschung betrieben.

 

Finanzierung

 

Das vorliegende Modell rechnet mit Gesamtkosten von 7 Mio CHF. Für den Betriebsaufwand (Produktionszentrum und Festangestellte) sind 2 Mio CHF vorgesehen. Mit den restlichen 5 Mio CHF wird die künstlerische Arbeit der Gruppen finanziert.

 

Der Durchschnittslohn der Angestellten und der KünsterlInnen beträgt 6000 CHF. Er wird nach Erfahrung und Familiensituation moderat abgestuft. Die Personalkosten der Festangestellten betragen 1'235'000 CHF. Das Budget das Schauspiel Bern orientiert sich am Budget der Gessneralllee in Zürich, liegt aber etwas darunter.

 

Der Eigenfinanzierungsgrad (Einspielergebnis) des SB sollte in einem ersten Schritt sehr vorsichtig budgetiert werden. Die Praxis wird zeigen, welches Einspielergebnis dem Modell angemessen ist, ohne die Grundidee der qualitativ hoch stehenden, künstlerisch pointierten Arbeit zu pervertieren.

 

Auftrag

 

Das SB ist einem Leistungsauftrag unterworfen. Dieser sieht die Auseinandersetzung mit Ort (Bern) und Zeit (Heute) vor. Das SB ist bemüht, ein breites Publikum für seine Arbeit zu interessieren und bewegt sich sogar auf sein Publikum zu. Es versucht unterschiedliche Bevölkerungskreise anzusprechen, in dem es sich mit ihren Lebensrealitäten und entsprechenden Qualitäten und Problemen auseinandersetzt.

 

Das Schauspiel Bern legt keine verbindlichen Spielplanvorgaben (Stücke oder Genre) fest. Der Künstlerische Rat setzt es sich aber zum Ziel, den im Konzept verankerten Willen zur Annäherung an das Publikum so zu verstehen, dass während einer Spielzeit so viele Arten von Theater wie möglich abgedeckt werden. (Kinder- und Familienstück, Klassiker, neue Dramatik, Experiment etc.)

 

Entscheidend für das Schauspiel Bern sind nicht Genre, sondern künstlerische Handschriften und Ansätze, die genreübergreifend wirken.

 

Die Produktionen des SB sind in der Regel tourneetauglich. Sie werden, je nach inhaltlicher Ausrichtung und formaler Umsetzung, auch ausserhalb von Bern gezeigt werden, so oft als möglich auch international.